Was passiert mit den Bildern, wenn wir nicht mehr da sind?“ – Diese Frage stellte Christoph Schlingensief, als er 2008 in Graz beim Festival steirischer Herbst seine Laufbild-Installation „The African Twin Towers“ eröffnete: Zwei Jahre vor seinem Tod, gezeichnet von einer schweren Lungenkrebsoperation, sprach er über Filme, „die Heimat gewesen sind“ und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit kaum noch existieren. Luchino Viscontis „Die Verdammten“ zum Beispiel, Conrad Rooks „Chappaqua“ oder Wim Wenders’ „Der Stand der Dinge“: Schlingensief wollte diese Meisterwerke „überprüfen“. 2005 hatte er sie bei seinen Dreharbeiten und performativen Re-Enactments in Namibia diversen Crashtests unterzogen – mit dem Ergebnis, dass die dabei abfallenden Trümmer sich zumindest fürs Kino kaum noch zu einem schlüssigen Ganzen remontieren ließen.
