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18.05.2026
08:48 Uhr
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Richtungsloses, aber ernstes Lesen: Axel Matthes hat den Verlag Matthes & Seitz erst aufgebaut. Und dann verloren. Ein Besuch anlässlich seines neunzigsten Geburtstags.

Diese Reise beginnt irgendwann Anfang der Neunzigerjahre, weit weg, beim allerhöchsten Turm: „müßige jugend / von allem besessen / vor lauter feinsinn / verlor ich mein leben“ – vier Zeilen, die irgendwo in der pfälzischen Prärie in schwächlicher Fotokopie über dem Bett eines Adoleszenten hängen. Nicht allein stehen die Verse. Zum Emblem verwandelt sie eine Schwarz-Weiß-Fotografie: ein Mensch, der in der Kuppel einer aus einem See aufragenden Pfahlbaukonstruktion kauert. Es ist jene Fügung von Bild und Text, die den Jugendlichen für diesen Dichter und seine „Chanson de la plus haute tour“ einnimmt, die in der Übersetzung von Hans Therre und Rainer G. Schmidt 1980 im Münchner Verlag Matthes & Seitz erschienen war.
Der düstere Heimatdichter: Josef Winkler erzählt wieder vom Leiden an dem Dorf, aus dem er stammt. Und erstmals vom Schicksal einer Frau, die ihm beistand. Es ist seine ältere Schwester.
Auf der ganzen Welt findet sich Liebe: zu echten Männern, zu virtuellen Gefährten, zur Malerei. Verena Stauffers Künstlerinnenroman „Strahlen“ fragt auch nach den Folgen der Leidenschaft.
Muss die Lebensfreude in Deutschland mit schlechtem Gewissen wegen des Leids in der Ukraine einhergehen? Iryna Fingerova spürt in „Zugwind“ der Zerrissenheit ukrainischer Geflüchteter nach.
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