FAZ 25.05.2026
08:39 Uhr

(+) Antisemitismus bei Kindern: „Die haben Geld und machen Kampfsport“


Der Judenhass ist in Deutschland dramatisch gestiegen. Die Vorstellung, dass bereits Kinder antisemitische oder rassistische Bilder reproduzieren, scheint noch immer vielen abwegig. Warum eigentlich?

(+) Antisemitismus bei Kindern: „Die haben Geld und machen Kampfsport“

Im Leseraum einer Kita betrachte ich mit vier Kindern ein Bild: zwei Kinder, eines mit Kippa, daneben eine Chanukkia. Ich fragte nach ihren Eindrücken. Zunächst fanden die Kinder das, was sie sahen, „so schön“. Die Chanukkia erinnere sie an Weihnachten, sagte eines der Kinder. Ahmad wiederum zeigte auf die Kopfbedeckung und erklärte stolz, dass er auch so eine Gebetsmütze habe. Erst als ich erwähnte, dass die beiden Kinder auf dem Bild Juden seien, kippte die Stimmung bei Ahmad abrupt.

Im ZDF startet die zweite Staffel der Hebammen-Serie „Push“. Sie zeigt, was die Frauen in diesem Beruf für die Menschheit leisten. Das ist herausragend gespielt, dramatisch, anrührend und realistisch. Ein kleines TV-Wunder.

Bei „Dalli Dalli“ sagt mein Großvater: „Das ist ein Jude.“ Der Satz bleibt hängen. Wie konnten nationalsozialistische Denkweisen nach 1945 in Familien, Erziehung und stillen Hierarchien so lange weiterwirken?

Historische Stoffe prägen den Wettbewerb von Cannes. Der Film der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach bildet eine Ausnahme und dreht gleich ein ganzes Genre um.

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