Eine Sprecherin des Außenministeriums erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA, es seien keinerlei Beweise zu Flügen russischer Drohnen über Europa vorgelegt worden. Sämtliche Anschuldigungen, insbesondere über Drohnen in Ländern der Europäischen Union, entbehrten jeder Grundlage.
Zuvor hatte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Medwedew, betont, es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können. Es müsse zwar noch geklärt werden, wem die abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt an einem Krieg gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt würden, so Medwedew.
Reaktionen der NATO und der EU
NATO-Generalsekretär Rutte schrieb auf der Plattform X, der Vorfall zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht an den Grenzen haltmachten. Er betonte, die NATO sei bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, Russland habe erneut eine Grenze überschritten. Man werde die Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen insbesondere an der Ostgrenze weiter verstärken. Der ukrainische Außenminister Sybiha sprach von einer Bedrohung für ganz Europa.
Merz: Deutschland steht an der Seite der NATO-Verbündeten
Bundeskanzler Merz erklärte, der Vorfall zeige erneut Russlands Bereitschaft zur Eskalation. Deutschland stehe an der Seite seiner Verbündeten in der NATO. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Göring-Eckardt sagte im Deutschlandfunk, man müsse den Angriff als Provokation einordnen. Göring-Eckardt, die Mitglied im Europaausschuss ist, mahnte weiteren militärischen und wirtschaftlichen Druck auf Russlands Präsident Putin an.
Rumänien bestellt Botschafter ein
Rumänien bestellte den russischen Botschafter ein. Präsident Dan teilte mit, man werde nicht zulassen, dass der Ukraine-Krieg auf die Bürger seines Landes übergreife. Das rumänische Außenministerium sprach von einer schweren und unverantwortlichen Eskalation durch Russland.
Die Drohne war in der Nacht in ein Hochhaus im rumänischen Galati nahe der Grenze zur Ukraine eingeschlagen. Nach Angaben der Behörden wurden zwei Menschen verletzt. Zu dem Vorfall sei es während eines russischen Angriffs auf zivile Ziele und Infrastruktur in der Ukraine gekommen.
Flugverteidigung nicht aktiviert
Nach Angaben des rumänischen Brigadegenerals Maxim konnten nahe Galati positionierte Flugverteidigungsanlagen nicht eingesetzt werden. Die Drohne habe sich nur wenige Minuten im rumänischen Luftraum befunden und sei sehr niedrig geflogen. Der Einsatz des US-amerikanischen Dronenabwehrsystems sei aufgrund der direkten Nähe zu der Großstadt zu gefährlich gewesen.
Diese Nachricht wurde am 29.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
