Vor 23 Jahren hatte sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen schon einmal in Evian getroffen - damals im G8-Format, weil Russland noch dabei war. Auch damals gab es Demonstrationen in Genf. Es kam zu Gewalt und Plünderungen von Geschäften.
Passanten kontrolliert, Schaufenster verbarrikadiert
Vorsorglich wurden deshalb dieses Mal Polizistinnen und Polizisten aus der ganzen Schweiz nach Genf beordert. Sie kontrollieren seit zwei Tagen Autos und Personalien von Passanten. Geschäftsleute und Hoteliers haben ihre Schaufenster mit Sperrholz verbarrikadiert, um sich vor Vandalismus zu schützen.
Das Motto der Demonstration lautet "NoG7". Die Organisatoren haben dazu aufgerufen, gegen Kapitalismus, Faschismus und Imperalismus auf die Straße zu gehen, die sie den G7-Staaten vorwerfen. Am Nachmittag versammelten sich in einem Park am Genfer See nach ersten Einschätzungen mehrere tausend Menschen mit Plakaten oder Palästinenserfahnen. Von dort aus war ein Protestzug durch die Stadt geplant. Zu den Organisatoren gehören auch Gewerkschaften, Kurden und nach Angaben einer Sprecherin ein "revolutionärer Block".
G7-Treffen dauert bis Mittwoch
Die Staats- und Regierungschefs sieben führender Industrienationen tagen von Montag bis Mittwoch in Evian. Frankreich duldet nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste, daher wurden sie nach Genf verlegt. Die Polizei hat sich auf rund 50.000 Teilnehmende eingestellt.
Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
