Die aktuellen Ergebnisse aus Deutschland verstärkten laut der OECD einen negativen Trend, der sich über das gesamte vorangegangene Jahrzehnt erstreckte. Im Vergleich zu 2015 erhöhte sich der Anteil der leistungsschwachen Schüler in Mathematik um 17 Prozentpunkte, in Lesekompetenz um 15 Prozentpunkte und in Naturwissenschaften um zehn Prozentpunkte. Zwischen 2015 und 2025 vergrößerte sich hierzulande zugleich der Leistungsabstand in Naturwissenschaften zwischen dem obersten und dem untersten Viertel der Schüler bezogen auf den sozioökonomischen Status, während er sich im OECD-Durchschnitt verringerte.
Nach Angaben der Schulleitungen mussten 52 Prozent der an der Vergleichsstudie teilnehmenden Schüler in Deutschland hinnehmen, dass Lehrkräftemangel den Unterricht zumindest teilweise beeinträchtigte. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 39 Prozent.
Deutsche Schüler neugieriger, fleißiger, aber auch stärker genervt und abgelenkt
In Deutschland stimmen 77 Prozent der Schüler der Aussage eher oder völlig zu, dass sie neugierig auf viele verschiedene Dinge sind, gegenüber 73 Prozent im OECD-Durchschnitt. Außerdem gaben 64 Prozent der Schüler an, dass sie sich besonders anstrengen, wenn die Arbeit herausfordernd wird (OECD-Durchschnitt: 60 Prozent). Gleichzeitig stimmen 33 Prozent der 15-Jährigen der Aussage eher oder völlig zu, dass die Schule eine Zeitverschwendung war. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 24 Prozent.
Ebenfalls 33 Prozent der Kinder gaben an, dass ihre Mitschüler in den meisten oder allen Unterrichtsstunden in Naturwissenschaften durch die Verwendung digitaler Geräte häufig abgelenkt wurden (OECD-Durchschnitt: 28 Prozent).
Was ist die PISA-Studie?
PISA steht für "Programme for International Student Assessment", als Programm zur internationalen Bewertung von Schülern. In Deutschland nahmen 6659 Schüler in 246 Schulen teil. Insgesamt absolvierten mehr als 760.000 Kinder aus 91 Ländern und Volkswirtschaften die Erhebung.
Die ersten PISA-Daten stammen aus dem Jahr 2000. Bei ihrer Veröffentlichung im Folgejahr war in Politik und Medien die Rede von einem regelrechten "PISA-Schock", weil man das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich besser gewähnt hatte. Insbesondere die Spanne zwischen guten und schlechten Leistungen wurde hervorgehoben und war das Augenmerk einiger Bildungsreformen in den Ländern. In den darauffolgenden Erhebungen konnte Deutschland sich vorübergehend verbessern.
Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
