Es begünstige Ehepaare mit großen Einkommensunterschieden und setze finanzielle Anreize dafür, dass ein Partner weniger oder gar nicht arbeitet. Das sei meist die Frau, sagte Bentele den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Das Ehegattensplitting verhindere so eine Gleichstellung am Arbeitsmarkt und erschwere die finanziell eigenständige Absicherung von Frauen. Der VdK fordere, dass sich die Förderung von Familien mit Kindern an der Übernahme von familiärer Verantwortung festmache und nicht am formalen Status der Ehe.
Der Vorschlag, das Ehegattensplitting für künftige Ehen abzuschaffen, kam von SPD-Chef Klingbeil. Er sieht im Ehegattensplitting einen steuerlichen Fehlanreiz, der Arbeit für verheiratete Frauen oft weniger lohnenswert macht. Der Vorteil beim Steuersplitting ist momentan umso größer, je größer der Unterschied zwischen den Einkünften der Partner ist.
Mehrere Unionspolitiker lehnen eine Abschaffung des Ehegattensplittings ab. Bundeskanzler Merz sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er sei nicht davon überzeugt, dass das Ehegattensplitting die Beschäftigung von Frauen behindere. Die Ehe sei eine Erwerbs- und Unterhaltsgemeinschaft. Das Einkommen müsse steuerlich gemeinsam behandelt werden, nicht getrennt.
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kostet das Ehegattensplitting den Staat derzeit rund 25 Milliarden Euro pro Jahr.
Diese Nachricht wurde am 10.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
