Dlf 03.08.2026
03:00 Uhr

Reformdebatte - DIW-Präsident hält Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für zwingend


Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für unverzichtbar. Dabei handele es sich um ein zentrales und zugleich das finanziell wichtigste Element der geplanten Rentenreform, sagte Fratzscher der "Rheinischen Post".

Reformdebatte - DIW-Präsident hält Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für zwingend
So schaffe eine Abschaffung schätzungsweise knapp zehn Milliarden Euro an langfristigen Einsparungen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte pro Rentnerjahrgang. Ohne dieses Element sei die Rentenreform tot, sagte der DIW-Präsident weiter. In solch einem Falle müsste die Bundesregierung erneut von vorne beginnen und vor allem die Finanzierung der gesetzlichen Rente komplett neu aufsetzen.
Die Debatte losgetreten hatten die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Kretschmer, Schulze, und Mario Voigt. Sie forderten die Bundesregierung unter Verweis auf ostdeutsche Erwerbsbiografien auf, an der derzeit geltenden Regelung festzuhalten. Aktuell ist der frühere Renteneintritt ohne Abschläge bei ausreichend Versicherungszeit ab einem Alter von 64,5 Jahren möglich.

Söder überrascht, Bas fordert Klärung

Daraufhin warnte der CSU-Vorsitzende Söder davor, das Maßnahmenpaket wieder aufzuschnüren. Söder erinnerte im ARD-Fernsehen daran, dass Union und SPD zugesichert hätten, die Empfehlungen der Rentenkommission eins-zu-eins zu übernehmen. Den Vorstoß der ostdeutschen Ministerpräsidenten bezeichnete er als "etwas überraschend".
Die SPD-Vorsitzende Bas rief die Union auf, ihre Position intern zu klären. Wenn CDU und CSU das Paket aufschnüren wollten, würden sich die Sozialdemokraten nicht dagegen sträuben, sagte Bas im ZDF. Dennoch warb sie dafür, dass das vorgeschlagene Rentenpaket insgesamt "auch zusammenbleiben sollte". Dieses sei ein Kompromiss, wo man sich jetzt auch nicht "einzelne Dinge rausnehmen kann". Diskussionen in Einzelfragen könne es jedoch schon noch geben.
Diese Nachricht wurde am 03.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.