Die Grünen haben ihre führende Stellung in Baden-Württemberg laut den Hochrechnungen behauptet, obwohl sie 150.000 Stimmen an die mitregierende CDU abgegeben haben. Das geht aus einer vorläufigen Analyse von infratest dimap für die ARD hervor. Umgekehrt gewannen die Grünen demnach 110.000 Stimmen von der SPD, je 15.000 von FDP und Linkspartei sowie 105.000 aus dem Lager bisheriger Nichtwählender. Die CDU hatte mit minus 70.000 Stimmen ihren größten Verlust an die AfD.
+++ CDU-Spitzenkandidat Hagel lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.
CDU-Landeschef Hagel hat ausgeschlossen, sich mit Hilfe der AfD zum Regierungschef in Baden-Württemberg küren zu lassen. "Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse", sagte er im SWR.
+++ Der Vorsprung der Grünen auf die CDU in den Hochrechnungen schrumpft.
Bei infratest dimap (19:59 Uhr) kommen die Grünen auf 30,4 Prozent, die CDU erreicht 29,7 Prozent. In der Hochrechnung von Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF (20:07 Uhr) kommen die Grünen auf 30,7 Prozent, die CDU liegt hier bei 29,7.
+++ FDP-Landeschef Rülke kündigt Rücktritt an.
Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Landeschef Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt. Er betonte, seine Partei sei Opfer der Polarisierung zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg geworden. Zudem seien viele FDP-Wähler aus Protest zur AfD abgewandert.
+++ Kretschmann erwartet Fortführung von Grün-Schwarz
.
Der amtierende Ministerpräsident von den Grünen, Kretschmann, geht davon aus, dass die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg weitergeführt wird. Er sagte bei Phoenix, beide Parteien hätten ein gutes Ergebnis erreicht. Die CDU habe ordentlich zugelegt und somit von den letzten Jahren gemeinsamen Regierens profitiert. Dies sei eine gute Grundlage, um weiter zusammenzuarbeiten.
+++ AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier wirbt für Koalition mit der CDU.
Die AfD hat ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF fast verdoppelt und kommt demnach auf knapp 18 Prozent. Spitzenkandidat Frohnmaier erklärte im ZDF, das Wahlergebnis zeige einen klaren Wählerwunsch hin zu einem politischen Kurswechsel. Es gebe eine konservative Mehrheit. Die CDU habe alle Möglichkeiten zu sagen: "Es ist Zeit für eine Veränderung und Schluss mit grüner Politik".
+++ Die Linke wertet Ergebnis als Erfolg.
Die Linke kommt den Hochrechnungen zufolge derzeit auf rund 4,4 Prozent und würde damit den erstmaligen Einzug in den Landtag in Stuttgart verpassen. Spitzenkandidatin Bohnen sprach dennoch von einem Erfolg. "Das ist das beste Ergebnis, das wir als Linke in Baden-Württemberg jemals eingefahren haben."
+++ Die FDP bangt um den Einzug in den Landtag.
Die FDP kommt den aktuellen Hochrechnungen zufolge auf rund 4,4 Prozent und würde damit aus dem Landtag fliegen.
+++ SPD-Bundesvorsitzender Klingbeil: "Bitterer Abend"
Der Parteivorsitzende der SPD, Klingbeil, hat sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden seiner Partei geäußert. "Das ist ein total bitterer Abend", sagte er im ZDF. Man habe in den etzten Wochen eine wahnsinnige Dynamik erlebt. "Es ging nur noch um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel?" Das habe am Ende auch die SPD Stimmen gekostet.
+++ Özdemir will mit CDU "Partnerschaft auf Augenhöhe".
Der Spitzenkandidat der Grünen, Özdemir, sprach vor Anhängern von einer fulminanten Aufholjagd, die seine Partei hingelegt habe. Er sei jedoch noch zurückhaltend, was das Endergebnis angehe. Die Grüne hätten viele Erwartungen bei Wählerinnen und Wählern geweckt und er werde jede einzelne erfüllen, versprach Özdemir. Mit Blick auf die folgende Koalitionsbildung versprach er eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
+++ Kanzleramtsminister Frei (CDU): Bundespartei hat geliefert
Dass seine Partei voraussichtlich nicht zur ersten Kraft aufsteige, habe nicht an der Bundespolitik gelegen, sagte er in der ARD. "Die Bundespartei hat geliefert und liefert."
+++ CDU-Spitzenkandidat Hagel: "Ich trage die Verantwortung"
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat die Verantwortung für das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl übernommen. Er trage für den Wahlkampf, für die Wahlkampagne, "für alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, und ja, für dieses Ergebnis die Verantwortung", sagte er in Stuttgart.
+++ Der SPD-Vorsitzende Stoch tritt als Landes- und Fraktionschef zurück.
Nach den deutlichen Verlusten der SPD hat Spitzenkandidat Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD-Generalsekretär Binder der Deutschen Presse-Agentur.
+++ Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen laut Hochrechnungen die Grünen vorne.
Die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir kommt laut infratest dimap auf 31,8 Prozent der Stimmen. Auf die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Hagel entfallen demnach 29,3 Prozent. Bei der Forschungsgruppe Wahlen ist der Abstand etwas knapper: Dort liegen die Grünen mit 31,7 Prozent knapp anderthalb Punkte vor der CDU. Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge drittstärkste Kraft - laut infratest dimap mit 17,6 Prozent.
Die SPD kommt noch auf 5,5 Prozent der Stimmen. Bei FDP und Linke ist der Einzug in den Stuttgarter Landtag mit jeweils 4,5 Prozent ungewiss.
+++ Die AfD-Co-Vorsitzende Weidel sieht ihre Partei als Wahlsieger.
"Wir sind sehr zufrieden", sagte sie in der ARD. Es laufe auf eine Verdoppelung des vorherigen Ergebnisses hinaus.
+++ Grünen-Co-Parteichef Banaszak sieht seine Partei durch das Abschneiden in Baden-Württemberg im Aufwind.
"Dieses Ergebnis bringt uns so einen Rückenwind", sagte er in der ARD. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lang sprach von einem "historischen Ergebnis".
+++ Eine hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab.
Bis 14 Uhr gaben rund 41,3 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Cornelia Nesch in Stuttgart mitteilte. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung der Urnenwähler zum selben Zeitpunkt bei 30,6 Prozent gelegen - allerdings gab es damals wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Briefwähler.
Mehr zum Thema lesen und hören Sie hier.
Die ersten Hochrechnungen, Reaktionen aus Landes- und Bundespolitik, Analysen und Interviews sowie Reaktionen aus den Parteizentralen: Der Deutschlandfunk informiert Sie in einer Sondersendung am Wahlabend von 17.55 bis 20 Uhr, von 21.05 bis 21.15 Uhr und von 22.05 bis 22.15 Uhr. In unserer Nachrichten-App halten wir Sie zudem in unserem Newsblog auf dem Laufenden.
Diese Nachricht wurde am 08.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
