Unterstützer der proiranischen Hisbollah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt. Berichten zufolge riefen sie Protest-Slogans gegen das Abkommen. Straßen seien mit brennenden Reifen blockiert worden.
Die Hisbollah fühlt sich nicht an die Rahmenvereinbarung gebunden, über die US-Außenminister Rubio informiert hatte. Sie hat mittelfristig zum Ziel, die Kämpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah zu beenden sowie Libanons Souveränität wiederherzustellen. Israel hat im Südlibanon Soldaten stationiert, um seine Nordgrenze vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Der libanesische Präsident Aoun äußerte die Erwartung, dass im Zuge der Vereinbarung Vertriebene in ihre Heimat zurückkehren. Dies lehnt Israels Ministerpräsident Netanjahu weiter ab, ebenso einen vollständigen Rückzug seiner Armee.
Bundesaußenminister Wadephul begrüßte das Rahmenabkommen. Die Vereinbarung eröffne die Chance, einen jahrzehntelangen Konflikt beizulegen, teilte Wadephul mit. Jetzt komme es auf die Umsetzung an. Entscheidend sei, dass der Libanon sein staatliches Gewaltmonopol verlässlich durchsetze, betonte der CDU-Politiker. Es müsse auch klare Sicherheitsgarantien für Israel geben. Wadephul wird am Montag mit Rubio in Washington zusammenkommen und über die jüngsten Entwicklungen beraten.
Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
