Frohnmaier sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung leite weitreichende Maßnahmen aus einer geheimdienstlichen Zuschreibung ab, ohne die zugrunde liegenden Belege ausreichend offenzulegen
. Weder dem Parlament noch der Öffentlichkeit seien die konkreten Erkenntnisse bislang nachvollziehbar dargelegt worden. Frohnmaier forderte mehr Transparenz und sprach von unterschiedlichen Maßstäben im Vergleich zu anderen Ermittlungsverfahren. Er kritisierte zudem die angekündigten Konsequenzen als einseitig und stellte die Frage, wie die Bundesregierung auf mögliche weitere Vorfälle reagieren wolle. Stattdessen müsse stärker darüber gesprochen werden, wie Deutschland und seine Infrastruktur besser geschützt werden könnten.
Von Notz wies die Darstellung Frohnmaiers zurück.
Wer die Vorwürfe gegen Russland in Zweifel ziehe, trage dazu bei, die Debatte über die Bedrohungslage zu verwischen, sagte er ebenfalls im Deutschlandfunk
. Die Vorwürfe gegen Russland stützten sich nicht nur auf Geheimdienstinformationen, sondern auch auf Ergebnisse rechtsstaatlicher Ermittlungen. Bundesinnenminister Dobrindt habe ausdrücklich auf Ermittlungen des Generalbundesanwalts und des Bundeskriminalamts verwiesen. Man müsse davon ausgehen, dass konkrete Ermittlungsergebnisse die Einschätzung der Bundesregierung stützten.
Zugleich betonte der Grünen-Politiker, die Bundesregierung habe zu lange gebraucht, um auf die Vorfälle zu reagieren. Künftig müsse Deutschland gemeinsam mit seinen internationalen Partnern schneller und entschlossener handeln.
Regierung sieht Verantwortung bei Russland
Die Bundesregierung hält es für erwiesen, dass Russland für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig vom 4. August verantwortlich ist. Damals war eine mit Sprengstoff und Zündmechanismus präparierte Drohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft wertet den Fall als schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur.
Als Reaktion kündigte die Bundesregierung die Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland in Bonn zum 18. September an. Außerdem soll der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt, die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärft und der Druck auf die russische Schattenflotte erhöht werden. Zudem will Berlin auf weitere EU-Sanktionen dringen.
Putin weist Vorwürfe zurück
Russlands Präsident Putin wies die Vorwürfe zurück und sprach von fingierten Beweisen. Die Maßnahmen der Bundesregierung nannte er einen schweren Fehler. Das russische Außenministerium kündigte Gegenmaßnahmen an.
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Diese Nachricht wurde am 02.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
