Dlf 15.05.2026
17:08 Uhr

Entwicklungszusammenarbeit - Mehr Gewalt nach abruptem Ende von US-Hilfen


Das relativ abrupte Aus für die US-Entwicklungsorganisation USAID hat negative Folgen für viele Regionen in Afrika. Für eine Studie wurden Daten aus rund 900 Regionen auf dem Kontinent analysiert.

Entwicklungszusammenarbeit - Mehr Gewalt nach abruptem Ende von US-Hilfen
Wo es vorher mehr finanzielle Unterstützung für Projekte vor Ort gab, entstanden nach dem Ende der Hilfen mehr Konflikte. Das ist das Ergebnis der Untersuchung von Bevölkerungsökonomen, über die im Fachmagazin Science berichtet wird.
Einer der Leitautoren, der Münchener Ökonom Uwe Sunde, führt das unter anderem auf stärkere Verteilungskämpfe zurück, die Unruhen und Protesten zur Folge haben können. Sunde sagte dem Deutschlandfunk, in Regionen mit stabileren Institutionen sei der Anstieg an Konflikten geringer ausgefallen. In weniger stabilen Regionen dagegen habe die Entwicklungshilfe zuvor Konflikte möglicherweise eingedämmt.

Nur abruptes Finanzierungsende untersucht

Sunde betonte, dass man aus der Untersuchung nicht auf die Wirkung von Entwicklungshilfe insgesamt schließen könne, da hier nur der sehr spezielle Fall eines abrupten Finanzierungsendes untersucht worden sei. Ein langsameres Ende von Entwicklungshilfe muss demnach also nicht zwingend negative Folgen haben.
US-Präsident Trump hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit rund 90 Prozent der Gelder für Entwicklungshilfe gestrichen und USAID aufgelöst. Das ist die US-Behörde, die weltweit Entwicklungshilfe geleistet hat.
Eine weitere Analyse kommt von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Ihr zufolge hat das Ende der Hilfen autokratischen Machthabern in die Hände gespielt, zum Beispiel weil Mittel fehlen für Schulen in Flüchtlingscamps, für die Hilfe für Vergewaltigungsopfer und für die Ausbildung von Journalisten, die unabhängig berichten.
Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.