Dlf 10.08.2026
06:25 Uhr

EU-Klimadienst - "Copernicus" misst den heißesten Sommer der Geschichte in Westeuropa


In Westeuropa waren der Juni und der Juli so heiß wie noch nie seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Nach Angaben des EU-Klimabeobachtungsprogramm "Copernicus" lag die Durchschnittstemperatur in den beiden Monaten bei 21,62 Grad und damit 2,79 Grad über dem Referenzwert. Zudem sei die Bodenfeuchtigkeit "deutlich niedriger" als im Juli 2022, als es die letzte extreme Dürre in Westeuropa gab.

EU-Klimadienst -
"Dies ist ein deutliches Beispiel dafür, wie der Klimawandel Hitzeextreme verschärft, wobei sich Hitze und Dürre zunehmend gegenseitig verstärken", sagte die Copernicus-Vertreterin Samantha Burgess. Dass es im Juli die dritte und vierte Hitzewelle seit Mai gegeben habe, stelle eine außergewöhnliche Serie dar, hieß es weiter. Allerdings verweisen die Wissenschaftler auf ein Temperaturgefälle von West- nach Osteuropa und Skandinavien, wo es wesentlich kühler war.

Wetterphänomen El Niño

Laut "Copernicus" waren zudem die Weltmeere mit Ausnahme der Polargebiete im Juli so aufgeheizt wie nie zuvor in dieser Jahreszeit. Ein Grund sei neben den Hitzwellen auch das natürlich auftretende Wetterphänomen El Niño im tropischen Pazifik, das sich in den kommenden Monaten voraussichtlich verstärken werde, hieß es. Copernicus-Direktor Carlo Buontempo erklärte, dass Teile des Mittelmeers und des Atlantiks ungewöhnlich warm waren, der sich entwickelnde El Niño jedoch "wahrscheinlich die treibende Kraft" hinter den Rekordtemperaturen der Meeresoberflächen sei.
El Niño erwärmt die Wasseroberfläche im Pazifik, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise tritt das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an.
Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.