Dlf 01.10.2026
10:35 Uhr

Berlin - Linksextremismus-Vorwürfe gegen Eralp überschatten Gespräche zur Regierungsbildung


Spitzenpolitiker von Linken, Grünen und SPD in Berlin sind zu ersten Gesprächen über die mögliche Bildung einer Landesregierung zusammengekommen.

Berlin - Linksextremismus-Vorwürfe gegen Eralp überschatten Gespräche zur Regierungsbildung
Das Treffen wird von Vorwürfen gegen Linken-Spitzenkandidatin Eralp überschattet. Eralp war lange Zeit Mitglied in dem vom Verfassungsschutz im Bereich Linksextremismus aufgeführten Verein Rote Hilfe. Darüber hinaus werden die Gespräche von den Vorwürfen des Antisemitismus gegen Teile der Links-Partei belastet. Außerdem gibt es Anschuldigungen wegen Kontakten zu Mitgliedern der organisierten Kriminalitäthaben.
Die Landesvorsitzende der Grünen, Stahr, sagte, es handele sich um ein vertrauliches Vorgespräch. Erst danach soll entschieden werden, ob Sondierungsgespräche aufgenommen werden. Die Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Dröge hatte im Vorfeld betont, sie sehe die Voraussetzungen für Sondierungsgespräche bisher nicht erfüllt.

Verachtung für den Rechtsstaat vorgeworfen

Kritik an den Gesprächen über eine mögliche Koalition kommt unter anderem von der Union. Die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Connemann, hatte SPD und Grünen bei RTL/NTV von einer Koalition mit der Linken Eralp abgeraten. Mit "so jemandem" könnten beide Parteien nicht koalieren, wenn sie sich nicht aus der bürgerlichen Mitte verabschieden wollen. Wie solle ein Investor zukünftig noch in Berlin investieren, wenn er wisse, da sei jemand, der einem linksextremistischen Verein angehört habe, fragte die CDU-Politikerin. Das zeige doch eine Verachtung für unseren Rechtsstaat.
Die CDU hatte die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus vor eineinhalb Wochen verloren. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent deutlich stärkste Kraft. In einer Koalition mit den Grünen und der SPD könnte sie die Landesregierung für Berlin bilden. Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden. Bisher hat die CDU das Amt inne.
Diese Nachricht wurde am 01.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.