Dlf 11.09.2026
10:33 Uhr

AfD-Erfolg - Politikwissenschaftler hält viele AfD-Wähler weiter für zugänglich - Kritik an Kurs der CDU


Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hält ein Experte einen großen Teil der AfD-Wähler weiterhin zugänglich für die anderen Parteien.

AfD-Erfolg - Politikwissenschaftler hält viele AfD-Wähler weiter für zugänglich - Kritik an Kurs der CDU
Abgesehen von einem harten Kern seien rund zwei Drittel der Menschen, die die AfD gewählt haben, durchaus zurückzugewinnen, sagte der Politikwissenschaftler Conrad Ziller von der Uni Duisburg/Essen im Deutschlandfunk. In der Kommunikation würden abstrakte und politisch komplexe Themen aber oft nicht funktionieren. Bei der Ansprache müsse man auch auf eine neuere, modernere Sprache setzen, auch wenn diese manchmal unterkomplex sei. Soziale Medien seien ein politischer Raum geworden, den die AfD bereits geschickt nutze.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte einst die Halbierung der AfD als Ziel ausgerufen. Dass in Sachsen-Anhalt nun die CDU halbiert wurde, hänge auch mit dem Kopieren von AfD-Positionen zusammen, sagte Ziller. Es sei in der Politikwissenschaft gut belegt, dass die Übernahme von rechtspopulistischen Positionen nicht dazu führt, dass man diesen Parteien das Wasser abgraben kann. Viel mehr würden solche Positionen normalisiert. Das verändere nur den Diskurs, gewählt werde aber am Ende das Original. "In der Politikwissenschaft ist das eigentlich ein bekannter Befund", sagte Ziller.
Diese Nachricht wurde am 11.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.